Metaphernanalyse anhand von transkribierten Therapiestunden einer Psychotherapie

Emanuel Jung
Beziehung ist Krieg, Therapie ist Weg und ich bin ein Stern.
Eine Systematische Metaphernanalyse anhand von transkribierten Therapiestunden einer Psychotherapie
Universität Zürich, Lizentiatsarbeit, 2009

Zusammenfassung

DiplomarbeitenMetaphern sind mehr als nur ein rhetorisches Stilmittel. Die kognitive Metapherntheorie hat gezeigt, dass Metaphern unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Sie ermöglichen ein Verstehen, indem sie Unbekanntes durch Bekanntes erklären. Metaphern kategorisieren Erfahrungen und verweisen auf menschliche Denkstrukturen. Sie bestimmen die Sicht auf die Wirklichkeit. Metaphern sind einerseits kollektiv verankert und färben andererseits Wahrnehmungsstrukturen des Einzelnen ein. Über Metaphern kann Zugang zum Erfahrungshorizont des Einzelnen gewonnen werden. In einer Psychotherapie steht der individuelle Erfahrungshorizont im Zentrum des Interesses. Über eine Veränderung des metaphorischen Konzeptsystems ist eine Veränderung der Sicht auf die Welt möglich. Bestehende Probleme können in einem neuen Licht gesehen werden.
Anhand der Systematischen Metaphernanalyse geht die vorliegende Arbeit der Frage nach, ob sich in der Therapie von Wilma metaphorische Konzepte rekonstruieren lassen, die auf individuelle Denkstrukturen verweisen. Dabei sind die drei Bereiche „Beziehung zu Bezugspersonen“, „Therapie“ und „Selbst“ von besonderem Interesse. Es werden neun transkribierte Therapiestunden dieser psychoanalytisch orientierten Langzeittherapie untersucht. Die metaphorischen Konzepte des Therapeuten werden mit denjenigen der Patientin verglichen. Die untersuchten Therapiestunden sind so gewählt, dass eine Veränderung des Metapherngebrauchs über die Zeit möglich ist.

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