Frauenwege zum Islam

Maria Elisabeth Baumann
Frauenwege zum Islam:
Analyse religiöser Lebensgeschichten deutscher Muslimas
Universität Regensburg, Univ. Diss., 2003

Zusammenfassung

DissertationenMehr als 3,4 Millionen Muslime leben in Deutschland. Damit ist der Islam auch hier, korrespondierend zur Weltsituation, die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft nach dem Christentum. Muslimische Organisationen geben die Zahl der Muslime mit einem deutschen Pass mit 630 000 an. Etwa 12 000 der deutschen Muslime sind Konvertiten oder aus Konvertitenfamilien. Jährlich konvertieren zwischen 250 bis 300 Deutsche zum Islam. Die Menschen hinter Zahlen zu entdecken, war die Herausforderung für die Arbeit „Frauenwege zum Islam“. Im Respekt vor ihrer religiösen Überzeugung motivierte die Neugier auf Frauen und ihre Biographien, die als Deutsche den Islam leben – eine Religion, die wie kaum eine andere in seiner Wahrnehmung über die Rolle der Frau definiert wird. Muslimische Organisationen gehen davon aus, dass die Mehrzahl der Konvertitinnen den Schritt in den Islam durch Heirat geht. Für viele andere liegt vor der Schahada, dem islamischen Glaubensbekenntnis, ein Weg mit individuellen Fragen nach Religion und Identität, mit gedanklichen und spirituellen Prozessen. Ansatz dieser Arbeit ist es, gelebte Religion von Frauen und ihre Bedeutung für das Leben deutscher Muslimas in den Blick zu nehmen. Das Phänomen einer religiösen Neu- und Weiterorientierung steht im Mittelpunkt einer qualitativ-empirischen religionssoziologischen Studie zur Biographieforschung, ergänzt von religionspsychologischen Fragestellungen. Die Geschlechtsdifferenzierung ermöglicht eine verbesserte intersubjektive Vergleichbarkeit und die Perspektive der Gender-Forschung. Sie führt zu der Frage: Wie leben Frauen ihre Religion im Feld zwischen Annäherung und Abgrenzung? In den narrativ-biographischen Interviews nach Fritz Schütze sollten die Frauen von sich, ihrer Kindheit, ihrem weiteren Leben und ihren Werten frei erzählen, eigene Schwerpunkte setzen und die für sie wichtigen biographischen Zusammenhänge nach eigenen Relevanzkriterien darstellen können. Da Religion aber vor allem heute im Leben der Interviewpartnerinnen eine große Rolle spielt und das Forschungsinteresse ebenfalls in erster Linie dem inneren und äußeren Weg zum Glaubensbekenntnis galt, wurden die Interviews nach Andreas Witzel problemzentriert geführt.

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